München 1897: Da Frauen das Studium an der Kunstakademie verwehrt war, begann Veronica Auguste Huff eine künstlerische Ausbildung an der Malschule von Anton Ažbe – gleichzeitig mit Wassily Kandinsky und Alexej von Jawlensky. Während ihre männlichen Kollegen zu Wegbereitern der Moderne wurden, geriet ihr Werk ebenso in Vergessenheit wie ihre Existenz.
Der Fund ihres Tagebuchs, das sie bei Antritt der Malausbildung begann, beleuchtet nicht nur ihr Leben, er bietet darüberhinaus einen Blick durch ein Schlüsselloch in eine andere Zeit – eine Zeit, in der Veronica Auguste Huff vom Leben bei Wirtinnen berichtet, von Künstlerfesten, dem Fasching, von Reisen, vor allem aber vom Werden einer Kunstmalerin. Bewusst entschied sie sich, zeitlebens unverheiratet zu bleiben, um Handlungshoheit über ihr Dasein zu behalten und Verwaltungshoheit über ihr Vermögen, das sie als Porträtistin und Kopistin verdiente.
Eigenständig, autark, frei: Katalog und Ausstellung zeichnen erstmals ein umfassendes Bild des Lebens, Werkens und Wirkens von Veronica Auguste Huff. Sie eröffnen einen Blick auf eine bemerkenswerte Frau, die es verdient, entdeckt zu werden.

„In der Azbé-Schule fand ich noch viele Bekannte vom vorigen Jahr, sie waren Alle weiter vorgeschritten während ich inzwischen nichts dazugelernt hatte, im Gegenteil – das Wenige, was ich im Sommer gelernt hatte war mir im Laufe des Jahres noch abhanden gekommen, denn das Unterrichten in einer kleinen Stadt versimpelt. Jetzt hatte ich viel zu lernen, neben dem lieben Azbé sind in der Schule einige gute Zeichner, welche sich der weniger Vorgeschrittenen annehmen. Da sind die Russen Grabar und Kardowsky, eigentlich die besten Schüler, Letzterer sogar der Schönste! Zum Verlieben schön ist Kardowsky!“
Veronica Auguste Huff, Tagebuch 1897

