Frieden auf Erden, dies war, ist und bleibt höchstes Ziel der Menschheit und scheint dennoch unerreichbar. Es gehört viel Mut dazu, sich hierfür einzusetzen und oftmals sein Leben für Frieden und Freiheit zu riskieren. Menschen, die gelebt (und gestorben) sind für ihre selbstlosen Taten, dürfen nicht in Vergessenheit geraten Ziel war für mich, etwas Unsichtbares sichtbar werden zu lassen. Da auf einem Sterbebett Gesprochenes meist nur von wenigen vernommen wird, wollte ich dem Entschwinden eine Gestaltung entgegensetzen. Im Sterben Liegenden wurde oft ein Spiegel vorgehalten, um durch Kondensation zu überprüfen, ob sie noch atmen. Ich stellte mir vor, dass die Verstorbenen ihre letzten Worte womöglich gegen einen solchen Spiegel hauchten, sodass er der Träger ihrer letzten Lebensbekundung wurde. Diesem Gedanken wollte ich Gestalt geben. Meine 5 Protagonisten – Bertha von Suttner, Mutter Teresa, Hans Scholl, Sophie Scholl und John Lennon – haben in unterschiedlichen Zeitumständen gelebt, hatten unterschiedliche Leben und unterschiedliches Wirken. Gemeinsam ist ihnen jedoch allen, sich für Frieden und Freiheit eingesetzt zu haben. Frontal erscheinen sie auf den ersten Blick leicht unscharf, als seien sie hinter einem Nebel verschwommen und in der Tat: Geht der Betrachter zur Seite, treten Worte in den Vordergrund – diese Worte bleiben über den Tod hinaus. Sie verbildlichen, dass zwar der Mensch gestorben ist, er aber in seinen Worten und Taten weiterlebt.

Ich besorgte Rahmen, die ich weiß wählte, um den schwarz-weißen Fotos eine zurückhalten- de Formung zu verleihen, und beklebte die Plexiglasscheiben mit abgerundeten Tapes, aus welchen ich die letzten Worte formte. Im Anschluss be- sprühte ich das Ganze mit Milchglasspray und zog nach Stunden der Trocknung das Tape ab, sodass die Worte der Verstorbenen nun vor dem Porträt stehen, um den Effekt der Kondensation zu konservieren. Die Ausstellung ist seit Januar 2025 im Gang des K-Gebäudes der TH Augsburg zu sehen, entstanden im Designprojekt „Luft“.